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Chronik

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Im Herbst 1885 brannten Scheunen und Stallungen des Reuter'schen Anwesens sowie die Schreinerei Brenig nahezu vollständig ab. Dies war für den damaligen Ortsvorsteher Reuter der Anlaß, Männer des Ortes zusammen zu rufen um eine eigene Feuerwehr zu gründen. An dieser Beratung nahmen teil: Der spätere Ortsvorsteher Engelbertz, Rudolf Küpperl, Dr. von Helm, Schreinermeister Pütz, Landrat von Hymmen und Michael Brünker.

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Der Endenicher Löschzug Anfang der 30er Jahre (Adolf Fuchs stehend hinten in der Mitte unter dem Bücherbord)

Adolf Fuch beim 101. Lehrgang an der Feuerwehr-Fachschule in Koblenz vom 08. bis 14.Juni 1941

Am 14. August 1885 traf man sich mit den Männern des Ortes in der Gaststätte Schurz. An diesem Tage konnte man weitere 22 Männer für die Freiwillige Feuerwehr verpflichten. Damit konnte die Wehr sich bereits bei ihrer Gründung auf 30 Männer aus der Endenicher Bürgschaft stützen.

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Der Endenicher Löschzug Ende der 30er / Anfang der 40er Jahre als Luftschutzeinheit

Der Endenicher Löschzug als Luftschutzeinheit in den 40er Jahren (adolf Fuchs links außen)

Als erster Hauptmann wurde der Schreinermeister Pütz einstimmig gewählt. Das erste Löschgerät bestand aus einer Schubkarre mit aufmontiertem Regenfaß. Der Lederfabrikant Linden aus Endenich stiftete die notwendigen Ledereimer. Bereits nach kurzer Zeit schaffte die Gemeinde jedoch eine Spritze an (Endenich war damals noch selbstständige Gemeinde und konnte über eigenes Geld verfügen). Den ersten Schlauchwagen schaffte die Wehr aus eigenen Mitteln an.

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Teil des Endenicher Löschzuges als Luftschutzeinheit in den 40er Jahren (Adolf Fuchs in der Mitte mit Schirmmütze)

Teil des Endenicher Löschzuges in Luftschutzuniform in den 40er Jahren. Aufgenommen vor der alten oberen Schule.

Michael Brünker übernahm 1891 das Amt des ersten Hauptmanns. Bäckermeister Brenig folgte diesem im Jahre 1897 um es im Jahre 1900 wiederum an Michael Brünker diesmal für 8 Jahre zu übergeben. Im Jahre 1908 wurde Sattlermeister Josef Thenöe erster Hauptmann. Er behielt dieses Amt bis zum Jahre 1921. Josef Merten war dann kurzzeitig erster Hauptmann um sein Amt an den späteren ersten Ehrenoberbrandmeister der Wehr, Leonard Mertens zu übergeben. Letztgenannter bekleidete dieses Amt bis zum Jahre 1933. Von 1934 bis 1942 war Peter Wüsten Oberbrandmeister und Führer der Wehr. Nach dem Krieg Übernahm Adolf Fuchs für ein Jahr die Wehr um die Führung 1948 an den allen Endenichern bekannten Ehrenoberbrandmeister Wilhelm Müller zu übergeben. Mit Erreichung der Altersgrenze übergab Wilhelm Müller den Posten im Jahre 1963 an Johann Lanzerath. Dieser übergab im Jahre 1969 das Amt an den bis zum Jahre 1986 amtierenden Hauptbrandmeister Bruno Hütsch. 1986 übernahm dann Oberbrandmeister Harald Hages den Löschzug, den er dann 1990 an den Oberferuerwehrmann Günter Wehner kommisarisch übergab. Günter Wehner übergab dann nach zweijähriger Amtszeit den Löschzug Endenich in die Hände von Oberbrandmeister Uwe Klinkhammer.

1995 übergab Oberbrandmeister Uwe Klinkhammer den Löschzug Endenich an Frank Haag der bis zum 05.05.2006 den Löschzug als Brandinspektor leitete.
Brandinspektor Haag trat am 05.05.2006 von seinem Amt als Löschzugführer zurück und Hauptfeuerwehrmann Hans Gerd Dreeser übernahm als Löscheinheitsführer die jetzt unter dem Begriff Löscheinheit geführte Wehr kommissarisch bis 2009. Dann wurde Jörg Twisterling als neuer Löscheinheitsführer von den Kameraden gewählt.

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Ausflug der Endenicher Feuerwehr zur Koenigsbacher Brauerei in Koblenz,

Anfang der 30er Jahre (Adolf Fuchs halb verdeckt hinter der Dame in der schwarzen Jacke und dem schicken Hut)

In den Gründerjahren hatte die Wehr weder ein Spritzenhaus noch ein Steigerturm. Deshalb wurden die ersten Leiterübungen am Gebäude der Mädchenschule (später Knabenschule) vorgenommen. Später wurde auf dem Spielplatz dieser Schule ein vorschriftsmäßiger Steigerturm errichtet. Das erste Spritzenhaus stand in der Pützgasse. Unter anderem waren darin auch eine Zelle mit vergitterten Fenstern untergebracht in der mancher "Wankelmütige" oder Landstreicher vorübergehend Aufnahme fand. Nachdem Endenich im Jahre 1904 nach Bonn eingemeindet wurde, hielt die Wehr in den Jahren 1905/1906 ein Feuerwehr-Depot. Es stand in der Frongasse. Im Krieg wurde das Depot zerstört und diente an Kirmestagen der Nachkriegsjahre "Bugart's Knoll" als Tankstelle für durstige Kehlen.

1914 standen 50 Männer aus der Endenicher Bürgschaft aktiv in den Reihen der Wehr. 20 Männer wurden Soldat und 5 kehrten nicht aus dem Feld zurück. Auch der 2.Weltkrieg forderte das Leben von 5 Wehrmännern.

Lange Zeit besaß die Endenicher Feuerwehr ein eigenes Tambourkorps. Der erste Tambourmajor war der schneidige "Hennes Enger us de Bachjass". Nach dem Zusammenbruch 1945 entstand bald unter der Leitung der Brandmeister Fuchs und Müller mit Unterstützung der alten Wehrmänner eine schlagkräftige und einsatzbereite Wehr. Lange Zeit fehlten der Wehr jedoch Gerät und Unterkunft. Noch in den sechziger Jahren mußte man sich mit 6 anderen Bonner Feuerwehren ein einziges altes Löschfahrzeug für Übungen und Einsätze teilen. Erst im Januar 1965 erhielt die Wehr wieder ein Gerätehaus in dem das damalige, zwischenzeitlich vom Bund im Rahmen des Zivilschutzes zur Verfügung gestellte Löschfahrzeug LF 16 sowie die Ausrüstung der Männer untergebracht werden konnte. Später erhielt der Löschzug aus gleicher Quelle noch ein Tanklöschfahrzeug TLF 8, welches ebenfalls im Gerätehaus Platz fand. Ein LF 16 gab der Löschzug 1969 ab und übernahm 8 Fahrzeuge der Wasserförderbereitschaft. Die Männer hatten sich alle freiwillig zu dieser schweren Aufgabe bereit erklärt die wirklich "Knochenarbeit" erfordert. Die Großraumordnung führte dann zu einer Neuverteilung der Fahrzeuge. Bis 1985 standen dem Löschzug insgesamt sieben Fahrzeuge zur Verfügung, wovon 5 Fahrzeuge den Wasserförderzug bildeten und zwei Tanklöschfahrzeuge für eine Löschgruppe zur Verfügung standen. Zur Bekämpfung der in diesen Jahren häufig aufgetretenden Überschwemmungen durch den Endenicher-Bach, wurde der Löschzug damals mit Wasserstrahlpumpen und einer Elektropumpe sowie anderem Gerät ausgerüstet.

In den vergangenen Jahren wurde die Wasserförderbereitschaft vollständig aufgelöst und uns blieb bis zum Jahre 1987 erstmal nur ein LF 16-TS Baujahr 1962 und das 1964'er TLF 8 übrig. 1987 bekam dann der Löschzug Endenich ein neues LF 16-TS als Ersatz für das betagte TLF 8. 1993 mußte dann auch das LF 16-TS vom Baujahr 1962 den Löschzug verlassen, so daß nur noch ein Löschgruppenfahrzeug, das 1987 er LF 16-TS, dem Löschzug zur Verfügung stand. Zum Jahresanfang 1995 im 110.Jubeljahr mußte der Löschzug Endenich nach dem zweiten Jahrhunderthochwasser auf Grund einer neuen Fahrzeugkonzeption der Feuerwehr Bonn auch von diesem Fahrzeug, trotz heftiger Gegenwehr aller Kameraden, Abschied nehmen und es an den Löschzug Kessenich übergeben. Als Ersatz hierfür wurde dem Löschzug Endenich ein Löschgruppenfahrzeug vom Type LF 8 aus komunalen Beständen vom Löschzug Mehlem übergeben. Zudem wurde dem Löschzug Endenich 1997 ein Fahrzeug aus den Beständen der Berufsfeuerwehr übergeben. Es handelt sich hierbei um ein LF 16 kommunaler Baureihe vom Type Daimler Benz Rundhaube.

Die Personalstärke des Löschzuges konnte vor zehn Jahren mit 40 aktiven Wehrmännern verzeichnet werden, 11 Männer gehörten der Altersabteilung an. Etwa 165 angesehene Endenicher Bürger gaben ihrer Verbundenheit mit der Feuerwehr durch ihre "fördernde Mitgliedschaft" Ausdruck. In den vergangenen Zehn Jahren schmälerte sich der Löschzug Endenich gewaltig. So stehen heute 25 aktive Kameraden (hierzu gehören 5 Frauen), 12 Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung und 17 Jugendfeuerwehr-kameraden in unseren Reihen. 70 angesehene Endenicher Bürger geben derzeit ihrer Verbundenheit mit der Endenicher Feuerwehr durch ihre Mitgliedschaft im Förderverein zum Ausdruck.

Die Männer der Wehr versuchen ihrerseits den Endenicher Bürgern für diese Unterstützung zu danken indem sie bei Martinszügen, Martinsfeuer, Prozessionen, Brandsicherheitswachen und Umzügen für Sicherheit und Abwicklung sorgen. Daß die Wehrmänner sich seinerzeit nach dem, Kriege am Wiederaufbau des Endenicher Klösterchen indem viele Endenicher Kinder Aufnahme fanden, beteiligt haben, gehört auch in diese Chronik.

Daß in den Reihen der Wehr seit eh und je echte Kameradschaft gepflegt wird, Geselligkeit und Frohsinn zu ihrem Recht kommen, geht aus alten Chroniken und dem recht lebhaften Vereinsleben hervor. Es erfordert eine ganz besondere Disziplin und Kameradschaft um die Einsatzbereitschaft einer Wehr auch dann zu erhalten, wenn nur noch selten Einsätze erfolgen. Auch eine Stadt wie Bonn kann ihren Bürgern nur hinreichend Hilfe und Schutz bei Großbränden, Unwetter und Hochwasser geben, wenn sich Männer freiwillig für diesen Dienst zur Verfügung stellen. Um aber in diesen Fällen wirkungsvoll Hilfe leisten zu können, ist es erforderlich, daß die Männer sich ständig durch Übungen und Unterricht in Form halten und weiterbilden. Die Endenicher Wehr ist deshalb besonders dankbar, daß ihr für Ausbildungszwecke und zur Pflege der Kameradschaft seit 1972 in der Endenicher Burg 2 Räume zur Verfügung stehen.

Diese Räumlichkeiten wurden 1998 in Eigenleistung von den Kameraden mit Unterstützung des Fördervereins komplett den Bedürfnissen einer modernen Freiwilligen Feuerwehr angepasst und es wurde mit viel Fleiß, "Spucke" und eigenen Mitteln für die besonderen Bedürfnisse der Kameraden hergerichtet.

Da auch die Jugend bei der Endenicher Wehr voller Elan ihren Beitrag im Löschzug Endenich und am Ortsgeschehen leistet, sind wir gewiß, daß der Geist der Hilfsbereitschaft und die stete Einsatzbereitschaft zu nachbarlicher Hilfe in Endenich noch lange fortlebt.

"Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr"

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